Keine Panik in Sachen Verbandskästen

Im Vorgriff auf die Anpassung der gesetzlichen Vorschrift (§ 35h StVZO) weist der Bundesverband Medizintechnologie e. V. (www.bvmed.de) auf eine Norm-Änderung für Verbandkästen hin. Abgesehen von der ungeklärten grammatikalischen Frage, ob es nun Verband- (ohne s) oder Verbandskasten (mit s) heißen muss*, hat sich das zuständige Arbeitsgremium laut Deutschem Institut für Normung (DIN) auf verbindliche inhaltliche Änderungen des Erste-Hilfe-Materials geeinigt: Neu aufgenommen wurden ein 14-teiliges Fertigpflasterset, ein Verbandpäckchen „K“ sowie zwei Feuchttücher zur Hautreinigung Gestrichen wurden ein Verbandpäckchen „M“, ein Verbandtuch „BR“, vier Stück Wundschnellverband DIN 13019-E 10 x 6 sowie die Verwendung von Mullbinden als Alternative für Fixierbinden (Quelle: ADAC). Neuanschaffung hat noch Zeit Für alle vorhandenen Verbandkästen oder -taschen ändert sich dennoch vorerst nichts, denn der Gesetzgeber verlangt im Prinzip nur das Mitführen von „Verbandkästen, die selbst und deren Inhalt an Erste-Hilfe-Material dem Normblatt DIN 13 164, Ausgabe Januar 1998 entsprechen“. Das heißt, die neue Norm DIN 13164, Ausgabe Januar 2014, hat den Weg in die StVZO noch gar nicht zurückgelegt. Bis zur Gesetzesänderung, die sicher eine Übergangsfrist einschließen wird, dürfte laut ADAC noch etwas Zeit vergehen. Das bedeutet auch, dass mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld in dieser Sache nicht zu rechnen ist. Dennoch: Wer sich demnächst eine neue Erste-Hilfe-Ausrüstung zulegt, sollte ruhig schon mal auf den neuesten Stand achten, da das Verbandszeug erfahrungsgemäß stiefmütterlich behandelt und nur selten in die Hand genommen wird. Die Neuerung bietet außerdem mal wieder einen Grund, auch außerhalb der turnusmäßigen Überprüfung nach dem Stand der Dinge zu schauen. Beispielsweise als Praxisübung im Fahrschulunterricht. Denn einige Bestandteile des Verband-Paketes sind mit einem Verfallsdatum versehen, das ihren Gebrauch nach Ablauf der Frist aus medizinischer Sicht eher verbietet – und damit den ganzen Kasten für Notfälle unbrauchbar macht. Spätestens dann ist eine Neuanschaffung geboten. * Um das Problem der Schreibweise ein für allemal zu klären: Der Gesetzgeber verwendet in § 35h StVZO die Schreibweise Verbandkasten, für den Duden gelten beide Schreibweisen – mit und ohne „Fugen-s“ – gleichwertig nebeneinander (© Bibliographisches Institut GmbH, 2013), es bleibt also Geschmackssache!

Quelle: Degener Verlag